Weinszene /

Barbara Avellino

...und ihr Lebenstraum
Territorien

Heute reden wir über die Verwirklichung des Lebenstraums von Barbara Avellino, einer leidenschaftlichen und unermüdlichen Frau mit tausend Ideen in einer großen Schublade, die sie in konkrete Projekte verwandelt.

Barbara haben wir zweimal besucht, mal im Winter, mal im Sommer. Die Verkostungen sind immer sehr interessant und lustig. Eine eindrucksvolle Tour durch die Weinberge, einen Abstecher in den Weinkeller, einige Weine aus den Tanks holen, um sie später bei ihr zu Hause zu probieren und dabei die Entwicklung der Aromen zu analysieren.

Die Begegnungen mit Barbara sind immer einzigartig. Sie ist eine gesellige Person, die mit Leidenschaft erzählt, wie sie die Gaben der Natur mit höchster Aufmerksamkeit schützt und verwandelt. Bei ihr fühlt man sich nie wie ein Zuschauer. Es dauert nicht lange bis sie einen miteinbezieht in das, was sie  gerade tut. Sei es um einen Wein einzuschenken, nur die Flasche zu öffnen oder mal kurz nachzuschauen, ob di Pasta fertig ist. Somit schafft sie umgehend eine gesellige und offene Atmosphäre rund um einen großzügig gedeckten Tisch, mit Ausblick auf ein eindrucksvolles Panorama, wo sich, durch ihre Erzählungen, auch ein Stück Zukunft erahnen lässt.

Im Weinberg

Sie ist im natürlichen Weinbau eingebunden. Ihr ist es wichtig, das Gleichgewicht in der Umwelt zu bewahren, die die Natur uns geschenkt hat, die Eigenart der Trauben zu erhalten und die spezifischen Eigenschaften der Reben hervorzuheben. Im Weinberg werden die Behandlungen auf das Notwendigste beschränkt  und die Technologie im Weinkeller auf ein Minimum reduziert.

Den Weinberg hat sie in einen Ort des Wohlfühlens verwandelt, den sie mit einer gefälligen Kombination von Naturelementen bereichert hat.

Aus einigen Reben hat sie ein Labyrinth gestaltet, das den Besucher in Erstaunen versetzt, sobald der Wuchs der Pflanzen es in einen geheimnisvollen Ort verwandelt.

Einige Reben assoziiert sie mit in der Nähe eingepflanzten, aromatischen Pflanzen: Croatina mit Rosmarin, Pinot mit Thymian, Barbera mit Lavendel, Uva Rara mit Salbei, Malvasia mit Melisse. Beim Spaziergang entdecken wir auch wilde Rucola- und Senfpflanzen. Bei genauerem Hinschauen, könnten wir sicherlich noch mehr finden.

Nicht zu vergessen, die Bienenstöcke für die Honigproduktion.

Barbara Avellino - Weinberg im Winter
Barbara Avellino – Weinberg im Winter
Bienenstöcke im Weinberg
Bienenstöcke im Weinberg

Hinter ihrer Arbeit steckt viel Beobachtung und viele Experimente, um Erfahrungen zu sammeln. Erfolge werden erzielt auch wenn manchmal was schief gehen kann; aber sie versucht immer wieder mit großem Engagement, Überzeugung und  Hartnäckigkeit, das Beste zu erreichen.

Was Barbara auszeichnet ist  ihre enge Verbindung mit dem Territorium und der Umwelt, zudem eine herzliche Leidenschaft für Farben und Düfte.

Die Weine von Barbara Avellino

Nicht jedes Jahr werden alle Weintypen produziert. Es kommt auf die Qualität der Trauben an, abhängig von den klimatischen Bedingungen.

Riesling Italico
Barbara Avellino – Riesling Italico

Wir haben einen Riesling Italico probiert, den wir zuvor aus dem Fass im Weinkeller abgefüllt hatten (unbewusst habe ich „wir“ geschrieben, da wir uns zu diesem Zeitpunkt bereits ganz aktiv involviert fühlten). Bei den Weissweinen von Barbara wird die Maische immer mazeriert und sie  werden nicht gefiltert. Der Riesling unterstand 6 Tage der Mazeration. Die Gärung erfolgt hier in Abwesenheit von Sauerstoff, um die Oxidation zu vermeiden. Barbara erzählt, dass während der Vinifizierung, sehr intensive Grapefruitnoten freigesetzt wurden.

Ein aromatischer Wein, der sehr gut zu unserer Pasta al Pesto zu passte.

Barbara Avellino – Giâfèr Bonarda Doc

2012 leicht schäumend – 85% Croatina- und 15% Barberatrauben – Vol. 13,5%

Giâfèr“  ist ein dialektales Wort, das einen jungen und lebhaften Burschen bezeichnet.

Die Flasche hat ein sehr buntes Etikett. Trocken, leicht tanninhaltig, weinig, würzig, ausgeglichen, mit einem Hauch von Veilchen und Schwarzkirsche.

Giafer - Bonarda
Barbara Avellino – Giafer – Bonarda
Barbara Avellino - Weine
Barbara Avellino – Weine

Barbara Avellino – Venerdì 13 – Rosso Riserva Provincia di Pavia IGP 

Aus 60% Barbera- 30% Croatina  und 10% Uva Rara-Trauben – Vol. 14%

Dieser Wein heißt „Venerdì 13“, weil an einem Freitag, 13. im Weinkeller einige Probleme aufkamen und sich die Situation nach der ersten Enttäuschung in die Entstehung von etwas Neuem verwandelte, ganz aus dem Zufall heraus  ereignet.

Er ist durch eine lange Maischegärung gekennzeichnet und wird in Stahltanks ausgebaut. Intensives Rubinrot, entfaltet Aromen von roten Früchten und Blumen, mit würzigen Noten. Die Gerbstoffe sind fein und er hat eine gute Säure. Voll und  körperreich.

Barbara Avellino – Caotico – Provincia di Pavia Croatina IGP –

Croatina 85%, Barbera 15% – Vol. 13,5% Intensive und lange Maischegärung, temperaturgesteuerte Gärung, die in der Flasche auf den Hefen endet. Hier bildet sich die Kohlensäure (presa di spuma). Nicht degorgiert, ungefiltert.  In der Flasche und im Glas entsteht ein natürlicher Bodensatz. Jede Flasche kann sich anders entwickeln, jedenfalls immer das Terroir völlig ausdrückend. Chaotisch?

Feiner Schaum, reife rote Fruchtnoten in der Nase, rund, er entwickelt sich ständig und bildet komplexe Duft- und Geschmacksnoten.

Weinverkostung mit Mario Maffi
Weinverkostung mit Mario Maffi

Aus dem Tank abgefüllt, verkosten wir zwei Weine aus Malvasia-Trauben, und zwar dieselbe Malvasia aus dem gleichen Weinberg, vom selben Jahrgang aber mit verschiedenen Herstellungsprozessen behandelt, die zu unterschiedlichen  Ergebnissen geführt haben

Malvasia secca 2018

Trockene Malvasia, diese Trauben wurden nicht getrocknet, wie man normalerweise mit der sehr aromatischen Malvasia vorgeht, um Dessertweine zu produzieren.

Hier haben wir dagegen einen trockenen Wein, sehr aromatisch, würzig, fruchtig, mit schönen Noten von weissen Blumen und Bitterorange.

Dann haben wir die andere Version der Malvasia verkostet

Malvasia appassita 2018

Dessertwein aus getrockneten Trauben. Sehr feine Aromen in der Nase, starker und berauschender Geschmack, Noten von Litschi, Gewürznelke und eine sehr schöne fruchtige Säure.

Barbara hat dazu hervorragende hausgemachte Spekulatius serviert, die dazu perfekt passten.

Wir probierten zwei verschiedene Jahrgänge dieses Weins und konnten uns nicht entscheiden, auf welchen wir wetten sollten. Einfach köstlich.

Malvasia
Barbara Avellino – Malvasia

Verfasst nach Besuch von Weinwelt Italien